Die Fauna rund um den Neusiedler See
Säugetiere
Über 40 Säugetieraten wie das Ziesel, der Steppeniltis und der Hamster leben um den See.
Vögel
Im Schilfgürtel leben über 300 Vogelarten. Davon sind 150 Arten Brutvögel. Das sind 40% aller europäischen und 80% aller österreichischen Vogelarten. Darunter befindet sich auch das größte Brutgebiet der Silberreiher mit bis zu 700 Paaren. Der Graureiher ist mit etwa 35 Paaren vertreten und Großtrappen gibt es noch etwa 70. Am bekanntesten ist der Storch, der ähnlich einem Wappentier in der gesamten Region behandelt wird. Auch Löffler, Purpurreiher, Kaiseradler, Seeadler, Graugans, Pirol, Säbelschnäbler, Kampfläufer, Seeregenpfeifer, Flußseeschwalbe, Rotschenkel, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Schafstelze, Sumpfohreule, Wiesenweihe und viele weitere geschützte Vögel sorgen für reges Interesse von Ornithologen und Naturliebhabern.
Bild: Großtrappe, Österr. Gesellschaft Großtrappenschutz
www.grosstrappe.at
Fische
Autochthone Speisefische sind der Hecht, der Zander, der Spiegelkarpfen, der Wildkarpfen, der Amur und der Wels, weiters bevölkern Weißfische und der bruträuberische Flussbarsch den See. Der Aal kommt im Neusiedlersee natürlicherweise nicht vor, er laicht in der Saragossa im Atlantik und wurde als begehrter Speisefisch ausgesetzt. Da sich der Aal auch vom Laich einheimischer Fische ernährt, wurde das Aussetzen von Glasaalen auf Grund auftretender Probleme zuletzt verboten. Die Giebel-Bestände bestehen ausschliesslich aus Weibchen, sie vermehren sich parthenogenetisch. Der Sonnenbarsch wurde aus Nordamerika eingeschleppt.
Karpfen
Cyprinus carpio L.
Größe: 25-75 cm, max. bis 120 cm. Gewicht: Bis zu 30 kg.
Körperform: Der Körper der Stammform des Karpfens ist gestreckt und seitlich etwas abgeflacht. Am endständigen und vorstülpbaren Mund sitzen 4 Bartfäden.
Flossen: Die Rückenflosse hat 20-26, die Afterflosse 8 Strahlen.
Die Schwanzflosse ist deutlich zweizipfelig.
Schuppen: Der Karpfen hat große Schuppen entlang der Seitenlinie.
Der Karpfen bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Er ist relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes.
Tagsüber ist er scheu und hält sich meist in tieferen Gewässerbereichen oder in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Als Nahrung dienen vorwiegend Bodentiere (Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven), die durch Vorstülpen des Maules aufgenommen werden. Die Laichzeit des Karpfens fällt in die Zeit von Mai - Juli bei Temperaturen von 18 - 20 ° C. Die ca. 1 mm großen Eier (100.000 - 200.000/kg Körpergewicht) werden in flachen Uferbereichen unter heftigen Laichspielen an Wasserpflanzen angeklebt.
Vorkommen in Europa: Die Wildform des Karpfens (Schuppenkarpfen) war ursprünglich nur in den Flußsystemen des Schwarzen und Kaspischen Meeres beheimatet. Der Karpfen wurde schon im Altertum vom Menschen weiter verbreitet und ist heute in ganz Europa - mit Ausnahme Skandinaviens - zu finden. In Flüssen wie der Donau, wo die Karpfenvermehrung besonders in den jahreszeitlich bedingten Überschwemmungsregionen in vergangenen Zeiten sehr groß war und im Rahmen von zahlreichen Regulierungen des Donauverlaufes erheblich abnahmen, handelte es sich bei den normal proportionierten Schuppenkarpfen zum Teil noch um echte Wildkarpfen, viel öfter jedoch um verwilderte Hauskarpfen bzw. ursprüngliche Hauskarpfen.
Amphibien und Reptilien
Typisch für den Schilfgürtel- und Uferbereich sind verschiedene Amphibien, wie die Erdkröte, die Wechselkröte und die Knoblauchkröte, der Europäische Laubfrosch, der Moorfrosch, der Kleine Wasserfrosch, der Seefrosch und der Teichfrosch. Auch die Rotbauchunke ist hier neben ihrer Verwandten, der Gelbbauchunke, beheimatet. Seltener ist der Feuersalamander zu beobachten.

Unter den Reptilien findet man häufig die Ringelnatter und verschiedene Eidechsen wie die Östliche Smaragdeidechse.
Insekten
Neben den unbeliebten Gelsen tummeln sich am Ufer auch Exoten wie die Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis) und der Mondhornkäfer. Hier wurden auch 1.500 Schmetterlingsarten nachgewiesen.
Mondhornkäfer
Copris lunaris

Der Mondhornkäfer ist eine Art aus der Familie der Blatthornkäfer und wird 16 bis 24 mm groß. Er ist von gedrungener Gestalt, schwarz, mit einem breiten, zipfelig wirkenden Rückenschild und dem charakteristischen Horn auf dem kleinen Kopfschild.
Das Verbreitungsgebiet des Mondhornkäfers umfasst ganz Kontinentaleuropa außer dem Nordosten, Vorkommen in Großbritannien sind zweifelhaft. In Deutschland hat er keine Verbreitungsgrenze, ist aber im Norden seltener als im Süden.

Meist wird der Käfer unter Rindermist gefunden, seltener unter Pferdekot. Das Männchen transportiert den Kot, der als Larvennahrung dient, in die Brutkammer, wo er vom Weibchen zu Kugeln, den sogenannten Brutbirnen, geformt wird, auf diese wird dann ein Ei abgelegt. In einer Brutkammer werden etwa 7–8 Brutbirnen angelegt. Das Weibchen überwacht über vier Monate die Entwicklung der Larven und Puppen bis zum Schlüpfen der Käfer und bessert regelmäßig die Brutbirnen aus, damit sie immer ihre glatte Oberfläche behalten.
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