Eisenstadt
Burgenland
Landeshauptstadt:
Seehöhe: 182 m
Einwohner: 10.349 (2001)
Fläche: 42,90 km2
Bezirke zum Anklicken
an der südlichen Abdachung des Leithagebirges, seit 1648 Freistadt. - Sitz der Landesregierung, des Landtags, aller Landes- (-schulrat, -gendarmeriekommando usw.) und Bezirksbehörden, Landes- und Bezirksgericht, Bezirkshauptmannschaft, Landesarbeitsmarktservice, Baubezirksamt, Finanzamt, Eich- und Vermessungsamt, Bundespolizei-, Bundesbau- und Sicherheitsdirektion, Landesbibliothek und -archiv, Landessternwarte, Bundesanstalt für Weinbau, Bundeskellereiinspektion, Zentralverwaltung der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts AG, Gefangenenhaus, Martin-Kaserne, Rechtsanwalts-, Ärzte-, Apotheker-, Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Burgenländischer Bauernbund, Landesfremdenverkehrsverband, verschiedene Sozialversicherungsanstalten, Gebietskrankenkasse, Burgenlandisches Landesmuseum mit "Weinmuseum", J.-Haydn-Museum in dessen ehemaligem Wohnhaus, Landesgalerie, Diözesanmuseum; Österreichisches Jüdisches Museum (mit Synagoge) im ehemaligen jüdischen Viertel Eisenstadt-Unterberg (1671-1938); Burgenländisches Feuerwehrmuseum, Europahaus Eisenstadt, Konsulate, Kolpinghaus, Kultur- und Kongresszentrum, Allzweck-Sporthalle, Flugplatz Eisenstadt-Trausdorf, Allsportzentrum, Bildungshaus, WIFI; Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium, privates Oberstufenrealgymnasium, Gymnasium der Diözese Eisenstadt, Handelsakademie, Handelsschule, Höhere Technische Lehranstalt, Höhere Bundeslehranstalt, Fachschule für wirtschaftliche Berufe, Pädagogische Akademie und Pädagogisches Institut, Theresianum (Schulen der Schwestern vom göttlichen Erlöser), Religionspädagogisches Institut, landwirtschaftliche Fachschule, Fachhochschule, Berufsschule, Volkshochschule, Volkshochschule der Burgenländischen Kroaten, Bundeskonvikt, J.-Haydn-Konservatorium; Burgenländische Haydnfestspiele (Schloss Esterházy), Burgenländische Weinwoche; Bischöfliches Ordinariat, Krankenhaus und Schwesternheim der Barmherzigen Brüder. Vorwiegend Dienstleistungsunternehmen (rund 77 % der 10.053 Beschäftigten 1991), besondere persönliche, soziale und öffentliche Dienste, Bank- und Versicherungswesen, Telekommunikationsbetriebe, Handel; Gewerbe- und Handelspark; Technologiezentrum; wenige Produktionsbetriebe: Erzeugung von Laminaten (Kunststoffbeschichtungen und -federn), Stahl- und Maschinenbau, Holzverarbeitung. Weingroßhandelsbetriebe (wichtigster Weinmarkt des Burgenlands), Fremdenverkehr (61.623 Übernachtungen), Obstbau in der Umgebung.
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Bild: Rathaus (links); "Haydnsaal" Schloß Esterhazy - Stadtgemeinde Eisenstadt
Allgemeines
Stadterhebung 1373. 1264 eine Martinskapelle im heutigen Dombereich. Im 14. Jh. zur Herrschaft Hornstein der Brüder Kaniszai gehörig. Bald nach 1371 Ummauerung und urkundliche Bezeichnung „Eisenstatt“ (starke Stadt). Nach Maximilians I. Siegen über die Ungarn wird die Stadt durch den Frieden von Preßburg habsburgisch. 1622 an den Grafen Nikolaus Esterházy verpfändet. Unter dessen Nachfolger, Nikolaus, 1648 Freikauf der Bürger von den Esterházy („königlich ungarische Freistadt“). Türken-, Kuruzzen- und Franzosenkriege übersteht die Stadt glimpflich. 1761-90 dient Joseph Haydn den Esterházy als Kapellmeister im Schloß in Eisenstadt (bzw. im Schloß Esterháza, 10 km südöstlich des Neusiedlersees). Nach dem Ersten Weltkrieg 1919, an Österreich. Wird durch den Verlust Ödenburgs 1925 Landeshauptstadt. Beamten- und Garnisonsstadt mit relativ wenig Industrie. Nach 1945 Errichtung einer Musterkellerei der Burgenländischen Winzergenossenschaft. Seit 1955 Entstehen von neuen Wohnvierteln und Ansiedlung von Industrie im südlichen Stadtbereich. In den drei parallel verlaufenden Straßenzügen der Altstadt (Freistadt) – Joseph-Haydn-Gasse, Hauptstraße, Pfarrgasse – ist der barocke Charakter weitgehend bewahrt.
Blickpunkte:
Stadtpfarrkirche St. Martin (Dom), 15. Jh., auf Grundmauern des 12. Jh. errichtet, Chor 15. Jh., Langhaus 16. Jh., dreischiffig, spätgotisch; Wehrturm; an der Kirche Reste der Stadtmauer; nach Zerstörung 1589 im 17. Jh. Wiedererbaut, barockisiert im 18. Jh., regotisiert im 19. Jh., restauriert im 20. Jh.; barocke und moderne Ausstattung; Altarbilder von Dorfmeister; Pietà von Anton Hanak.
Franziskanerkirche (St. Michael), 1625-30, mit Ausstattung des 17./18. Jh.; Familiengruft der Esterházy.
Bergkirche Mariae Heimsuchung, ab 1715 auf von Fürst Paul Esterházy errichtetem künstlichen Berg mit Kalvarienberg erbaut (Weihe 1803); runder, von Kuppel überwölbter Innenraum; Kuppelfresko von W. Köpp; unter dem Nordturm Haydn-Mausoleum (1932).
Schloss Esterházy, 1663-72 von C. M. Carlone umgebaute und erweiterte Wasserburg des Mittelalters; vierflügelige Anlage; Haydn-Saal mit Fresken von Carpoforo Tencala; englischer Park (17.-19. Jh.).
Rathaus, um 1650, mit restaurierten Fresken zwischen den Fenstern. Dreifaltigkeitssäule, 1715. Florianibrunnen, 17./18. Jh.
Burgenländisches Landesmuseum, in einem mehrhöfigen Komplex des 17.-19. Jh. (Kultur- und Landesgeschichte des Burgenlandes).
Haydns Wohnhaus, mit Museum (Erinnerungsstücke an den Komponisten, Autographe, Instrumente).
Haydns Gartenhaus. Im Stadtteil Unterberg, westlich des Schlosses, lag die von den Esterházy im 17. Jh. gegründete Judengemeinde, mit erhaltenem alten Hausbestand. Sie war 1732-1938 selbständige Gemeinde.
Wertheimer-Haus (nach dem Bankier Samson Wertheimer, Landesrabbiner von Ungarn), mit dem österreichischen Jüdischen Museum.
Jüdischer Friedhof, mit Grabsteinen des 17.-19. Jh.
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